Ein Port ist kein nummeriertes Loch in einem Computer. Er hilft dem System, verschiedene Verbindungen auseinanderzuhalten. Ein Server kann unter derselben IP-Adresse mehrere Dienste anbieten, weil das Betriebssystem eingehende Verbindungen der passenden Anwendung zuordnet. Auch der Client besitzt einen eigenen Endpunkt. Zusammen unterscheiden diese beiden Endpunkte eine Verbindung von anderen gleichzeitig laufenden Verbindungen.
Schon die TCP-Spezifikation RFC 793 vom September 1981 beschrieb das Zusammenspiel von Ports, Sockets und Prozessen. Häufig genutzte Dienste konnten bekannte Endpunkte verwenden; andere Verbindungen konnten ihre Endpunkte dynamisch ermitteln. Das gehört zum Entwurf von TCP und ist keine Erfindung des heutigen Webs. Deshalb erfüllt ein Zielport eine andere Aufgabe als ein vorübergehend verwendeter Port auf der Clientseite, obwohl beide als Zahlen erscheinen.
Gemeinsame Konventionen machten diese Zahlen über verschiedene Rechner und Programme hinweg verständlich. RFC 6335 dokumentierte im August 2011 die Verfahren zur Registrierung von Dienstnamen und Portnummern. Das Register dient der Abstimmung, nicht der Untersuchung deines Servers. Wenn unser Scanner Port 22 mit SSH bezeichnet, nennt er eine übliche Zuordnung. Er erkennt dadurch weder das tatsächlich laufende Programm noch die Sicherheit seiner Zugriffskonfiguration.
Im August 2022 wurde die grundlegende TCP-Spezifikation in RFC 9293 zusammengeführt. Diese Grundlagen bleiben auch hinter Reverse-Proxys und Lastverteilern wichtig. Eine Verbindung kann den vorgelagerten Endpunkt erreichen, während die eigentliche Anwendung nicht verfügbar ist. Unsere Ergebnisse sollen dir helfen, die nächste sinnvolle Frage zu stellen, statt Erreichbarkeit mit einer vollständigen Zustands- oder Sicherheitsprüfung gleichzusetzen.